3D - Wie man Persönlichkeiten fördern und Jugendliche beteiligen kann

Wichtige Information:

Am 12.September startet unser neuer 3D Jahrgang!

Wir freuen uns auf das Jahr mit euch! Und noch immer kann man sich dazu anmelden!!! Das Einsteigen ist spätestens bis zum 10.Oktober möglich.

Bei Fragen kann man sich an Marc Sauer, Dominik Seibel und Lena Nessel wenden und: Bitte weitererzählen!

Euer 3D-Team

Warum habt ihr euer Programm begonnen, was war die Ausgangslage, das „Problem“, welche Vision wolltet ihr verfolgen?

Unsere Vision: Jugendliche lassen sich auf ein besonderes Jahr ein. Ein Jahr in dem sie sich selbst Aktiv ausprobieren und entwickeln können. Wir wünschen uns unterschiedlichste Jugendliche zusammen auf der Suche nach sich selbst, ihrem Glauben, ihren Gaben, Aufgaben und Hingaben. Wir wünschen uns ein Jahr der Verbindung, in dem Jugendliche aus unterschiedlichen Bildungsschichten, Gruppen, und Orten zusammen kommen, wertgeschätzt werden und Entfaltungsspielräume bekommen.

Unsere Ziele: Wir möchten Persönlichkeiten, Kompetenzen und Frömmigkeit fördern und prägen, Neues zulassen, Jugendliche beteiligen und evtl. sogar Jugendliche als Mitarbeiter gewinnen.

 

Wie sieht das Konzept im Einzelnen aus?

Neben der persönlichen Werbung machen wir einen Schnupperabend, an dem wir das Konzept erklären, uns als Mitarbeiter vorstellen und spielerische und spaßige Begegnungspunkte setzen. Unsere Zielgruppe sind Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren. Wir treffen uns vierzehntäglich  ca. zwei  Stunden. Die Teilnehmer melden sich verbindlich für das Jahr 3D an. Mit ca. 20 Teilnehmern und sechs Mitarbeitern sind wir immer an den Start gegangen.  

3D platziert sich genau zwischen den Jugendgruppen und einer Mitarbeiterschulung, zwischen Konfirmation und Mitarbeiter oder Teilnehmern sein, zwischen Lernen und Anwenden.

3D ist eine persönlichkeitsbildende Projektjugendgruppe für ein Jahr und läuft so ab:

Bis 19 Uhr sind alle da und die Mitarbeiter bzw. die Teilnehmer, die einen Job haben, sind vorbereitet. Alles ist bereit. Es beginnt die 1. Phase. Wir starten mit einem Warm up Spiel um gemeinsam anzukommen, miteinander warm zu werden. Wir nenne sie „wups“. Danach folgt die Andacht, dazu wird gesungen. Diese Phase wird ziemlich schnell an die Teilnehmer übergeben, so dass sie selber Spielleiter und Impulsgeber sind, sich ausprobieren können und von ihrem Glauben erzählen. Nach einer kleinen Trinkpause starten wir in die 2. Phase durch, in der wir uns immer einem neuen Thema widmen. Beispiele hierfür sind „Mein Lebensweg“, „Leben ohne Plan“, „Mobbing“, „Wie mache ich eine Andacht oder einen Wup?“ oder „Was glaub ich eigentlich?“. Diese Themen wollen wir nicht in einem langen Referat vermitteln,  sondern in ca. 25 Minuten, so prägnant und lebensnah wie möglich. In der 3. Phase planen die Jugendlichen immer weiter an ihrem nächsten Projekt wie z.B: eine EM Übertragung, ein gemeinsames Wochenende, eine Weihnachtsfeier, ein Abschlussfest, ein Missionseinsatz, ein Jugendgottesdienst oder, oder, oder. Wir beschränken uns auf vier bis fünf  Projekte. Nach zwei Stunden wird gemeinsam aufgeräumt und im Anschluss findet eine kleine Mini-Mitarbeitersitzung statt.

Wir möchten keine Babysitter für Jugendliche sein, sondern sie einbeziehen und geben daher die Aufgaben (Verpflegung, Aufbau/Abbau, Spielleiter, Andacht und  auch Moderation bzw. Planungsleitung eines Projekts) ab. Wir Mitarbeiter ziehen uns immer mehr zurück und helfen nur noch, wenn es notwendig ist.  Beim letzten Projekt, dem Abschlussfest, kommunizieren wir klar und deutlich, dass, wenn sie einen Schlüssel benötigen, um in das Jugendzentrum zu kommen, sie sich darum kümmern müssen. Das bedeutet für die Mitareiter auch mal eine Spannung auszuhalten. Auf den Punkt gebracht ist 3D eine Gabenschmiede, eine Persönlichkeitswerkstatt und ein Beteiligungslabor.

 

Welche Erfahrungen habt ihr gesammelt – „funktioniert“ es?

Mit jeweils 20 Teilnehmern und jeder Menge Leute, die weiter und neu mitarbeiten oder teilnehmen, denke ich, ja es funktioniert. Wir sehe Teilnehmer ein Jahr lang reifen und erwachsener werden. Die Teilnehmer wünschen sich das 3D weiter geht.

Ich möchte allerdings betonen, dass wir dieses Konzept aus Büchern wie Trainee und Aktivgruppen für unsere spezielle Situation entwickelt haben. Es gibt zwar auch andere Gemeinden die sich unsere Idee aneignen, dennoch ist nicht alles einfach übertragbar! Es geht nicht ums Kopieren, sondern ums Kapieren!

Ein besonderes Highlight ist für mich das Abschlussgespräch, das wir mit jedem führen. Jeder Teilnehmer bekommt eine Sache gesagt, an der er weiter arbeiten kann und dann überschütten wir ihn mit Lob, weil wir tatsächlich so viele Dinge sehen und erleben, die sie so unglaublich gut machen.  Eine Überraschung in diesem Jahr war ein Teilnehmer, der sich darüber freute, dass wir ihm und den anderen mehr  zutrauen als sie sich selber.  Ein für mich ganz besonderes Feedback.  Nicht zu vergessen ist, dass Jugendliche Ziele formulieren „mal ein richtig guter Mitarbeiter sein zu wollen“ oder Andachten schreiben, die theologisch gut sind und tiefgehend bewegen.

 

Ansprachpartner:

Marc Sauer